Homepage nutzen – Umsatz steigern

Marketing-Ideen von gestern, aber vor allem für heute und morgen zischten beim September-Clubabend wie ein Feuerwerk durch den Raum: Dafür gab Matthias Dornbracht, Geschäftsführer des Design-Armaturenherstellers, einen ungeschönten Einblick in den Alltag seiner Marketing-Abteilung. Die Erkenntnis des Iserlohners: „An manchen Tagen meine ich, unsere Buchhaltung ist weiter als unser Marketing.” Dass da Handlungsbedarf besteht, ist für Matthias Dornbracht klar. Denn allein über das Design seiner Armaturen könne sich Dornbracht schon lange nicht mehr ausreichend von der Konkurrenz abheben, die schnell nachziehe.

Bei der Produktgestaltung stehe das Iserlohner Unternehmen ohnehin vor großen Änderungen: So werde es künftig nicht mehr darum gehen, als Zeichen von Qualität möglichst viel Material in einer Armatur zu verbauen, sondern wenig und das Produkt möglichst leicht zu machen. Ähnlich sehe es beim Wasserverbrauch aus, denn Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Produkte seien Megatrends. Umso wichtiger ist für Matthias Dornbracht ein zeitgemäßes Marketing. Wenn er da Dornbracht mit anderen Global Playern wie Amazon oder Google vergleiche, „frage ich mich, was meine Marketing-Abteilung macht” - so die ehrliche Erkenntnis des Geschäftsführers.

Unter www.sichtbarkeitsindex.de habe er die Präsenz von Dornbracht mit der der Mitbewerber verglichen ebenso wie mit der Sichtbarkeit der großen Marken im Netz. Das Ergebnis sei eine Katastrophe. Eine umgehende Reaktion sei, die Kommunikation über die Dornbracht-Homepage konsequenter und stringenter zu gestalten: Alle Kommunikationskanäle müssten aus einer Datenquelle in einem System bedient werden. „Damit erreichen wir, dass alle Bilder z. B. für die Suchmaschinen gleich benannt sind und so besser gelistet werden”, so Matthias Dornbracht. So genannte „Stand alone”-Lösungen auf einzelnen Rechnern dürfe es künftig nicht mehr geben. Es könne auch nicht sein, dass Dornbracht Produktfotos an Kunden verschicke, die mit kryptischen Zahlen benannt seien.

Gerade mit diesen ehrlichen Einblicken in seine Marketing-Abteilung erntete der Iserlohner Erfolgsunternehmer große Sympathien, denn wohl die meisten Teilnehmer erkannten in diesen Erkenntnissen ihr eigenes Handeln wieder. Und Matthias Dornbracht gab offen zu: „Aktuell habe ich für unser Marketing-Probleme dieser Art keine Lösung. Fakt sei, die Digitalisierung von Produkten sei für jedes Unternehmen heutzutage ebenso unumgänglich wie das Sammeln von Kundendaten.” „Aber Achtung”, warnte Matthias Dornbracht, „dabei dürfen wir uns nicht willkürlich von teuer eingekauften Systemen mit sinnlosen Statistiken beherrschen lassen”. Vielmehr müsse jede Marketing-Abteilung aus dem Stand in der Lage sein, die Basic-Fragen zu beantworten, zum Beispiel: Wo kommen meine Homepage-Besucher her? Was machen sie auf der Seite und was wollen sie eigentlich dort?

Die Antworten seien aktuell auch bei Dornbracht nicht immer klar. Und so treibt Matthias Dornbracht sei Wochen die Fragen umher: Wie kommunizieren wir in Zukunft optimal? Wie bauen wir unsere Marketing-Abteilungen um? Klar sei für ihn, dass Marketing, Verkauf und Produktdesign viel mehr miteinander reden müssten. „Ist die Lösung, alle zusammen in einen Raum zu setzen?”, gab der Iserlohner seine Gedankengänge an seine Fragen an das Publikum weiter. Die eine, endgültige Antwort wurde an diesem Abend nicht gefunden, wohl aber entstand eine rege Diskussion. Als ein Lösungsansatz fand die Idee breite Zustimmung, künftig ganz junge Marketing-Profis, z. B. immer wieder neue Start-ups, in Projekte mit einzubeziehen.