Sommergespräch – Fortschritt durch Wandel

„Wenn man zehn Personen etwas von Veränderung erzählt, haben elf Personen Angst.” So brachte Sabine Jungkurth beim 3. MC-Sommergespräch auf den Punkt, wie schwierig „Fortschritt durch Wandel” in Unternehmen sein kann. Doch hatte sie auch Best-Practice-Beispiele für die rund 70 MC-Mitglieder und Gäste im Osthaus Museum parat ebenso wie die anderen Akteure der Podiumsdiskussion: Dr. Katja Pütter-Ammer, Harald Rutenbeck und Dr. Matthias Heider.

Unter der Moderation von Südwestfalenagentur-Geschäftsführer Dirk Glaser stand die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen in Südwestfalen ein positiver Wandel gelingen kann. Dabei machten vor allem SIHK-Präsident Harald Rutenbeck und der Bundestagsabgeordnete Matthias Heider deutlich, wie erfolgreich die heimischen Unternehmen schon jetzt sind. Bestes Indiz seien die über 150 Weltmarktführer der Region.

Doch: „Die südwestfälischen Unternehmen legen nicht alles ins Schaufenster, was sie haben”, erklärte Dr. Heider. Und dennoch wisse er auch um die Probleme der heimischen Wirtschaft, wenn der Blick in Richtung Zukunft gehe. So versuche die Politik den „Fortschritt durch Wandel” gerade in den Bereichen Breitband und Digitalisierung zu forcieren und entsprechende Wachstums-Voraussetzungen zu schaffen.

Die Unternehmen selbst richten den Blick verstärkt auf das Gewinnen und Binden von Fachkräften. Dr. Katja Pütter-Ammer, Geschäftsführerin von MEDICE, schilderte dazu ihre positiven Erfahrungen mit besonderen Leistungen der Unternehmen. So bietet der Iserlohner Pharmahersteller einen eigenen Fortbildungs-Campus als Mehrwert für die Mitarbeiter, der von Fach- bis hin zu Kochkursen viele Möglichkeiten bietet.

Zudem würden auch die kurzen Entscheidungswege, ein gutes Betriebsklima und vor allem langfristige Personalplanungen in ihrem Familienunternehmen die Top-Mitarbeiter binden. Die wirbt MEDICE inzwischen weltweit von auch börsendotierten Pharma-Unternehmen ab. Dabei sei die moderne Selbstdarstellung von MEDICE auf der Homepage und auf YouTube ein wesentlicher Baustein, aber genauso auch die Mund-zu-Mund-Propaganda in der Pharma-Szene. Auch die weltweit besten Fachkräfte wüssten den Vorteil eines Familienunternehmens gegenüber einem Konzern zu schätzen. Zwar sei der Standort Iserlohn kein Vergleich zu Paris, Boston oder München, aber die Nähe zum Ruhrgebiet sei ein Pfund, mit dem es zu wuchern gelte.

Das bestätigte auch Sabine Jungkurth, Geschäftsführerin des Team Jungkurth in Altena. Der Standort Südwestfalen habe inzwischen auch viele Liebhaber. Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern für den Handwerksbetrieb habe bei Jungkurth bereits ein „Fortschritt durch Wandel” stattgefunden: „Früher haben sich die Mitarbeiter bei uns beworben, heute bewerben wir uns bei den Fachkräften”, so Sabine Jungkurth. Auch bei ihr geschehe dies über die Homepage und aktive Mitarbeit in Netzwerken und Fachkreisen.

Zudem biete das Team Jungkurth spannende Arbeitsplätze, „weil wir uns immer wieder neue an den Kundenwünschen orientieren anstatt stur unser Traditionshandwerk fortzusetzen”, so Jungkurth. So werde der Arbeitsbereich immer wieder erweitert. Auch das sei für Mitarbeiter spannend. Das Wort „Innovation” sei bei ihr allerdings nichts so positiv besetzt, weil viele Menschen vor Veränderung Angst hätten. „Statt dessen sehen wir uns eher als Transformator.”

„Starke Industrieregion  im Grünen - Unternehmer diskutieren im Marketing Club über Firmenstrategiern und Ethik”, Westfalenpost (2. Juli 2014)

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